Eine Viertelstunde bis zwanzig Minuten Fahrzeit von Jávea entfernt liegt Moraira, der Küstenort der Gemeinde Teulada: kleiner, mit einer eigenen Burg, eigenen Stränden und einem eigenen Rhythmus. Wer zwischen den beiden schwankt oder plant, beide zu besuchen, findet hier den ehrlichen Vergleich: Charakter, Strände, Essen und die praktische Seite, ohne dass der eine Ort über den anderen gestellt wird.

Worin unterscheidet sich der Charakter von Moraira und Jávea?

Moraira ist der Küstenort der Gemeinde Teulada, mit rund dreizehntausend Einwohnern, ungefähr einem Drittel der Bevölkerung von Jávea; der Hauptort Teulada selbst liegt sechs Kilometer landeinwärts. Jávea zählt drei eigene Ortsteile, das historische Zentrum, den Hafen und den Badeort rund um das Arenal, und ist damit verwaltungstechnisch und von der Größe her der größere der beiden Orte.

Diese geringere Einwohnerzahl ist spürbar: Moraira hat kein historisches Zentrum auf einem Hügel wie Jávea, sondern ist ein kompakter Küstenort, der rund um den Jachthafen und die Burg gewachsen ist. Jávea bewegt sich zwischen drei Gesichtern mit jeweils eigener Atmosphäre, Moraira bleibt übersichtlicher, mit vielem in Lauf- oder Raddistanz zur Strandpromenade.

Wie stehen die Strände von Moraira und Jávea zueinander?

Moraira hat drei Strände: den zentralen Playa de l'Ampolla mit feinem goldfarbenem Sand bei der Burg, die geschützte Bucht Cala El Portet und die beiden kleinen Buchten von Les Platgetes, mit einer Mischung aus Sand und Fels. Jávea stellt dem seine eigenen drei Orte gegenüber: den Sandstrand Arenal und die Bucht Granadella. Auch Portitxol gehört zu Jávea, eine kleinere, ruhigere Bucht.

Wer auf Gütesiegel achtet: In Moraira tragen El Portet und Les Platgetes die Blaue Flagge, ebenso der Jachthafen; der zentrale l'Ampolla gehört nicht dazu. Bei Jávea tragen das Arenal und Granadella die Blaue Flagge; Portitxol ist die ruhigste der drei Buchten, mit nur einer Handvoll Parkplätzen und ohne öffentlichen Verkehr.

Wo isst und trinkt man gut in Moraira und Jávea?

Kulinarisch hat Jávea die Nase vorn: Das Zweisternerestaurant BonAmb liegt gleich vor den Toren des Ortes, während Moraira keinen einzigen Michelinstern besitzt. Allerdings gibt es in Moraira zwei von Michelin empfohlene Adressen, das Restaurante Sand und Nazario Cano im Ritual de Terra Moraira Resort & Spa, gutes Essen ist dort also durchaus möglich, nur ohne Stern.

Für den täglichen Einkauf und die Atmosphäre hat jeder Ort seinen eigenen Markt. Moraira hält seinen Wochenmarkt freitagmorgens beim Parking Les Sorts ab, von neun bis vierzehn Uhr. Jávea hat den Donnerstagsmarkt auf der Plaça de la Constitució in der Altstadt, ergänzt durch die überdachte Markthalle im historischen Zentrum.

Wie kommt man von Jávea nach Moraira, und was ist praktisch wissenswert?

Die Entfernung ist mit rund dreizehn Kilometern überschaubar: eine Viertelstunde bis zwanzig Minuten Fahrzeit. Wer ohne Auto reist, kommt mit der TRAM, Linie 9 Benidorm-Dénia, die nach der Reparatur der Strecke wieder ohne Umstieg fährt, an der Haltestelle Teulada an, etwa sechs Kilometer von Moraira entfernt; für das letzte Stück ist Bus oder Taxi nötig.

Über dem Strand von l'Ampolla steht das Castell de Moraira, eine Küstenfestung aus dem Jahr 1742, die einst vor Barbareskenpiraten und Kaperfahrern schützen sollte. Auf der anderen Seite der Bucht bei El Portet beginnt der Wanderweg SL CV 51 zum Torre del Cap d'Or, einem Wachturm aus dem 16. Jahrhundert auf 166 Metern Höhe mit Blick über die Küste. Der Jachthafen des Club Náutico Moraira, gegründet 1975, zählt 620 Liegeplätze und prägt zusammen mit der Burg das Gesicht der Bucht.

Lassen sich Moraira und Jávea in einem Urlaub kombinieren?

Durchaus: Bei einer Viertelstunde bis zwanzig Minuten Fahrzeit dazwischen ist der eine Ort mühelos ein Tagesausflug vom anderen aus. Von Jávea aus lässt sich ein Vormittag auf dem Freitagsmarkt von Moraira oder eine Wanderung zum Torre del Cap d'Or gut mit einem Nachmittag am eigenen Arenal verbinden.

Umgekehrt funktioniert es ebenso gut: Wer in Moraira übernachtet, hat die Buchten von Granadella und Portitxol sowie das breitere Restaurantangebot von Jávea in Reichweite, ohne umziehen zu müssen. Die Wahl für den einen Ort schließt den anderen also nicht aus.

Moraira oder Jávea: welcher Ort passt zu Ihnen?

Wählen Sie Moraira, wenn Sie einen kleinen, übersichtlichen Küstenort mit eigener Burg, einer geschützten Bucht bei El Portet und allem in Laufdistanz suchen. Wählen Sie Jávea, wenn Sie mehr Abwechslung möchten: drei eigene Ortsteile, ein breiteres Restaurantangebot samt Michelinstern und die Wahl zwischen einem Sandstrand und mehreren Buchten innerhalb derselben Gemeinde.

Eine falsche Wahl gibt es hier eigentlich nicht: Beide liegen an derselben Küste, mit vergleichbarem Wetter und Wasser, und eine Viertelstunde bis zwanzig Minuten Fahrzeit voneinander entfernt. Wer sich entscheiden muss, wo er übernachtet, kann getrost dem Gefühl folgen, denn der jeweils andere Ort bleibt ohnehin nah genug für einen Ausflug.